22.12.2018

Der Markt bleibt heiß

Der Markt bleibt heiß

NEUERÖFFNUNGEN - Obwohl in Top-Destinationen eine Überhitzung droht, schreitet die Expansion in der Hotellerie flott voran. Das Lifestyle-Segment boomt besonders, aber auch große Einzelprojekte stechen hervor.

 

Wermutstropfen gibt es auf dem Feld der Hotelimmobilien inzwischen so einige: Günstige Gelegenheiten sind rar, die Baukosten steigen und damit auch die Pachten. In manchen Städten droht eine Überhitzung des Immobilienmarktes oder sie hat bereits begonnen. Die Multiples, das heißt die Kennzahl, mit der u.a. der Kaufpreis einer Hotelimmobilie errechnet wird, haben sich deutlich erhöht. „Lag der Kaufpreis 2009 noch beim 14-Fachen der Jahrespacht, so beträgt er heute das 20- bis 25-Fache. Eine weitere Steigerung scheint mir eher unrealistisch“, sagt Dirk Schuldes, Chef für Hotel Investments und Asset Management bei der Commerz Real AG. Auch Kay Strobl, Direktorin Beratungs- und Bewertungs-Services bei Christie & Co in Deutschland, äußert gewisse Bedenken: „Der Hotelmarkt Deutschland hat sich wie erwartet sehr gut entwickelt. Wie nachhaltig manche Standorte sind, wird sich zeigen, wenn die Konjunktur nachlassen sollte.“

In Düsseldorf wird es immer enger

„Aufgrund des starken Kapazitätsausbaus gibt es selbst in erfolgsverwöhnten Märkten wie Hamburg und München erste Indizien für Performance-Rückgänge, aber 2019 wird durch den Zusammenfall der Messen Bau und Bauma wieder ein sehr starkes Jahr in der bayerischen Landeshauptstadt werden. Der Messeturnus begünstigte Nürnberg in diesem Jahr und bescherte der Stadt eine überdurchschnittliche Rev Par-Steigerung, im Gegensatz zu Düsseldorf, das Einbußen hinnehmen musste.“

Düsseldorf gilt unter Experten als größter Wackelkandidat. „Düsseldorf bekommt 40 Prozent neue Zimmer und wird Schwierigkeiten haben, diese zu absorbieren“, ist auch Schuldes überzeugt. In Düsseldorf stehen 2019 unter anderem folgende Eröffnungen an: Adina, Me and All Oberkassel, Premier Inn, Hampton by Hilton Hauptbahnhof, H2 am Seestern und im November schließlich das b’mine, dem durch sein ausgefallenes Konzept ein ganz besonderes Interesse zukommt: Dank spezieller Aufzüge, den Car-Lifts, gelangen Gäste mit dem Auto bis vor ihr Hotelzimmer, können ihren Wagen auf der privaten Car-Loggia parken und Elektroautos dort auch mit Strom aufladen. 2020 folgen in Düsseldorf weitere Eröffnungen, unter anderem wird Novum der Stadt mit dem Niu Tab weitere 438 Zimmer bescheren.

 Mitte November stellte das Hotelimmobilien-Beratungsunternehmen Lodging Econometrics aus den USA seinen Dreijahresausblick für den europäischen Hotelimmobilienmarkt vor. Danach zählen Düsseldorf mit 40 Projekten und 8353 Zimmern sowie Frankfurt am Main mit 30 Projekten und 6228 Zimmern nach London und Paris zu den zehn europäischen Städten mit den größten Pipelines. Noch kurz vor Jahresschluss 2018 ging in Frankfurt das neue Intercity Hotel am Hauptbahnhof Süd mit über 400 Zimmern an den Start, 2019 sollen dort auch ein Indigo und das Niu Air eröffnen. Für Anfang 2020 hat CommerzReal im Hybridhochhaus One Forty West im Frankfurter Senckenberg-Quartier die Eröffnung eines Meliá mit 430 Zimmern vorgesehen.