04.10.2018

INTERVIEW HOTEL+TECHNIK: Nachhaltigkeit durch Energieeffizienz

INTERVIEW HOTEL+TECHNIK: Nachhaltigkeit durch Energieeffizienz

Interview mit Christoph Schmidt: Er finanziert und baut das designorientierte Hotel am Europapark Rust selbst und vereint dabei sogar alle Rollen als Investor, Bauherr, Projektentwickler und Architekt.

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Lesen Sie jetzt die Veröffentlichung der Fachzeitschrift Hotel + Technik (hotelundtechnik.de), Ausgabe 6 vom 21. September 2018:


Ganzheitlich und digital visualisiert: Machbarkeitsstudien und eine perfekte Standortanalyse sind für Architekt Christoph Schmidt das A und O jedes Projekts. Derzeit entwickelt er mit seinem Team ein designorientiertes Hotel am Europa-Park Rust.

 

Hotel+Technik: Hotel+Technik: Herr Schmidt, wie lautet Ihr Erfolgsrezept?
Schmidt: Wir stehen für integrale und interdisziplinäre Denkweise mit Unternehmersicht. Bei uns arbeiten Architekten und Fachingenieure von Beginn an unter Aufsicht eines professionellen Projektcontrollings durch Wirtschaftsingenieure und Betriebswirtschaftler. Das Kreativkonzept und die Wirtschaftlichkeit sind bei uns gleichrangig. Beim Hotel analysieren wir beispielsweise den Standort und die regionalen Anforderungen unabhängig von der möglichen Hotelmarke. Die Ganzheitlichkeit unseres Ansatzes liefert ein sicheres Fundament für Innovationen. Wir können in der Wertschöpfungskette des Baus von der Planung bis zur Schlüsselübergabe Leistungen anbieten und uns für eigene entwickelte Projekte selbst beauftragen.

 

Hotel+Technik: Wie digital planen Sie?
Schmidt: Bereits in der Planungsphase setzen wir auf „Building Information Modeling“ (BIM). Das umfasst die Gebäude-, und Tragwerksplanung sowie die Haustechnik. Die aus den dreidimensionalen Gebäude- und Haustechnikmodellen gewonnenen Daten bilden die Grundlage für unseren gesamten Planungs- und Projektmanagementprozess. Mit CAD-Planungssoftware wie „Revit“ von Autodesk oder „Archicad“ von Graphisoft werden dreidimensionale Modelle von der ersten Planungsphase an entwickelt und mit Informationen wie Massenermittlung und Kosten hinterlegt. Die Daten können dann für den folgenden Ausschreibungsprozess und die Kostenkontrolle weiterverwendet werden. Der Mehrwert für den Bauherrn liegt in der hohen Flexibilität und der Kostensicherheit während des gesamten Planungs- und Bauprozesses.

 

Hotel+Technik: Was hat Sie daran gereizt, die Rollen als Investor, Bauherr, Projektentwickler und Architekt zu vereinen?
Schmidt: Seit ungefähr zehn Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Hotel. Dabei reizen mich die unterschiedlichen Blickwinkel der Fachbereiche: Ich möchte immer das Optimum erreichen. Angefangen beim idealen Grundstück bis hin zum passenden Hotelbetreiber. Nur unter Betrachtung aller Faktoren erreicht man Synergien. Als Architekt habe ich selbst Hotelprojekte geplant und realisiert. Aber ein eigenes Hotel nach dem ganzheitlichen Ansatz entstehen zu lassen, empfinde ich als persönliche Weiterentwicklung.

 

Hotel+Technik: Dafür haben Sie sich Unterstützung geholt. Wie sieht diese aus?
Schmidt: In diesem spezifischen Markt benötige ich Experten, die mich durch den ganzen Prozess begleiten. Für das Projekt SHS Hotel Rust arbeite ich mit Thomas Röckelein und seinem Team der Tophotel Consultants. Einer ihrer Schwerpunkte liegt dabei auf der Suche nach einem kapitalmarktfähigen Betreiber. Für die Vertragsverhandlungen bis hin zur finalen Unterschrift ist von den Hotelexperten eine transparente sowie professionelle Beratung und Moderation mit viel Fingerspitzengefühl gefragt.

 

Hotel+Technik: Warum haben Sie sich Rust entschieden?
Schmidt: Wegen seiner sehr guten Lage und dessen touristischem Potenzial. Das Hotelgrundstück ist perfekt von der Autobahn erreichbar und liegt unmittelbar vor den Toren des Europa-Parks, Deutschlands größtem Freizeitpark. Und der Europa-Park expandiert regelmäßig. Aktuell entsteht beispielsweise die neue Wasserwelt ‚Rulantica‘ auf 450.000 Quadratmetern Fläche. Die Markt- und Standortanalyse des Baden-Badener Teams von Tophotel Consultants zeigt das gesamte Potenzial eines Hotels dort und belegt es mit Zahlen.

 

Hotel+Technik: Wie sieht Ihr Konzept aus?
Schmidt: Wir wollen ein anderes Hotelkonzept in die Region bringen und damit das bereits vorhandene Zimmerangebot deutlich erweitern. Der Europa-Park bietet eine Vielzahl an Themenhotels. Deshalb haben meine Partner und ich uns in intensiven Strategiegesprächen bewusst für ein designorientiertes Konzept entschieden: Zum einen ganz konkret als Abgrenzung zu den bestehenden Häusern – zum anderen auch, weil wir damit ein breiteres Spektrum an Gästen erreichen, nämlich Geschäftsreisende, Familien und Gruppen.

 

Hotel+Technik: Welche Wege gehen Sie im Bereich Architektur und Technik?
Schmidt: Eine besondere Stellung nimmt die Fassade ein: Durch ihre Rücksprünge wirkt sie besonders lebendig. Untypisch für einen Hotelbau im Upper-Midscale-Segment, setzen wir auf eine besonders große und damit hochqualitative designorientiere Befensterung. Wir verwenden vor allem natürliche Materialien und integrieren ein innovatives Gebäudeautomationssystem zur energetischen Steuerung. Dieses spielt gerade beim Betrieb und dem Unterhalt eines Gebäudes eine große Rolle. Das Leitmotiv lautet: Nachhaltigkeit durch Energieeffizienz. Digitale Technologien versprechen große Fortschritte beim effizienten Einsatz von Ressourcen, zum Beispiel durch Vernetzung der Haustechnik von der Energieversorgung bis hin zur Lichtsteuerung. Das statische Konzept und die Innenräume sind so gestaltet, dass wir flexibel auf die Wünsche des künftigen Betreibers eingehen können. Die Machbarkeitsstudie der Tophotel Consultants beeinflusste auch die Raumausstattung des Hauses. So bietet das Hotel ein Open-Lounge-Konzept: Die Lobby dient gleichzeitig als Wohnzimmer, Frühstückscafé sowie auch als Bar.

 

Hotel+Technik: Was raten Sie Hotelplanern?
Schmidt: Meiner Erfahrung nach ist es essenziell für das Gelingen eines Projektes dieser Art, die jeweiligen Experten zum richtigen Zeitpunkt an Bord zu haben. Zu viele Schnittstellen sollten vermieden werden. Unterschiedliche gezielt ausgewählte Berater decken die wichtigsten Fachbereiche ab. Dazu gehören auch Banken mit Finanzierungserfahrung. Um letztendlich Erfolg zu haben, müssen alle Akteure transparent und ehrlich miteinander umgehen. Es gilt, Verantwortung zu übernehmen, damit die Informationen fließen und
alle ihren Kompetenzen entsprechend Teil des Ganzen sind.

 

Hotel+Technik: Wie sieht das Hotel der Zukunft aus?
Schmidt: Die Architektur des Wohnens, und hierzu zähle ich auch das Wohnen im Hotel, kann sehr vielschichtig sein. Ich bin sicher, dass das Hotel der Zukunft sich in Verbindung mit der Digitalisierung verändern wird. Das eigentlich Grundlegende in einer Planung ist aber etwas ganz anderes: Wie kann ich in der Hotelarchitektur nicht nur Kunst und Kultur, sondern im besten Fall auch regionale Zusammenhänge ausdrücken? Gelingt dies, ist das Hotel ein perfekter Ort für alle Gäste – unabhängig von sozialer Herkunft, Relgion und Alter.

 

Über Christoph Schmidt

Christoph Schmidt ist Gründer und Geschäftsführer der Schmidt Architekten Gruppe in Kenzingen bei Freiburg. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen Architektur- und Stadtplanungskonzepte. Mit Projekten wie „New Multifunctional City of South Korea“ hat sich der Architekt auch international einen Namen gemacht. Schmidt Architekten berät auch Bauprojekte in Indien, dem Iran, den USA, Kasachstan und der Schweiz. www.schmidtarchitekten.eu.


 

Wichtige Details zu Planungs- und Entscheidungsaspekten, Hintergründen, Fakten & Kennzahlen finden Sie im ausführlichen Interview hier zum Download.

tophotel consultants GmbH
Flugstraße 15
76532 Baden-Baden
Tel.: +49 7221 983 00
Fax: +49 7221 983 098
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