25.01.2018

Spannende Neueröffnungen 2018 in Deutschland - Neue Marken preschen vor

Spannende Neueröffnungen 2018 in Deutschland - Neue Marken preschen vor

HOTELMARKT
Deutschland steht als Ziel bei Urlaubern, Geschäftsreisenden und Kongressteilnehmern hoch im Kurs. Investoren schlagen an vielversprechenden Standorten zu. Mit den zahlreichen brandneuen Hotels steigt der Wettbewerbsdruck für die bereits bestehenden Häuser vor Ort.

Deutschland boomt als Mice-, Geschäftsreise- und Feriendestination. Investoren aus nah und fern sehen im Land weiterhin einen sicheren Hafen, und Hotels werden für sie immer attraktiver. So dürfen sich Reisende auch in diesem Jahr auf viele interessante Eröffnungen freuen. Betreiber und kleinere Privathotels mit Nachfolgeproblemen hingegen geraten mehr und mehr unter Druck.

„Durch die Hoteleröffnungen 2018 wird insbesondere an A-Standorten wie Hamburg und München die Wettbewerbsintensität weiter zunehmen. Allein in München wird sich der Markt um zirka 2872 Zimmer und in Hamburg um rund 4046 Zimmer erweitern“, sagt Moritz Dietl von der Treugast Unternehmensberatung aus München. Und Tina Froböse, Mitglied der Geschäftsleitung bei Hotel Affairs Consulting, erläutert: „Der Markt wird immer segmentierter, indem
die Ketten weiterhin mit mehr und mehr neuen Konzepten aufwarten und um die besten Standorte buhlen.“ Mit Unterstützung diverser Beratungsunternehmen wie Treugast, Hotel Affairs, CBRE, PKF und Tophotel-Consultants hat die
AHGZ eine Auswahl der spannendsten Projekte und Standorte 2018 im Land zusammengestellt.

Hamburg wartet auf das Fontenay

Hamburg wartet auf den Start des The Fontenay, der allerdings zu Jahresbeginn von Mitte Januar auf ungewisse Zeit verschoben wurde. Der Investor des Luxushotels, Klaus-Michael Kühne, bezeichnete seinen Bau in der Dezember-Ausgabe
des Magazins Bilanz als „eine große Leidensgeschichte“ und als „eine jener Unternehmungen, die einen geringeren Ertrag abwerfen, an denen man sich aber an anderen Dingen erfreuen kann“. Im Wettbewerb steht Kühne mit seinem ambitionierten Projekt derzeit eher mit bestehenden Hotels. Die weiteren Neueröffnungen in der Hansestadt bespielen überwiegend das mittlere und untere Segment, wie etwa Häuser der Marken Prizeotel, Jufa, Holiday Inn, Intercity Hotel, Courtyard by Marriott, Super 8, Premier Inn, Moxy, Motel One oder Niu (AHGZ vom 6. Januar). Besondere Hingucker werden sicherlich das Hotel Pier Drei am Sandtorkai mit 212 Zimmern, das Fleming’s Deluxe im ehemaligen Kontorhaus und das Ruby Lotti, das bisher größte Haus der Lean-Luxury-Marke, das mit 289 Zimmern direkt an der Stadthausbrücke einzieht.

Wie in vielen anderen Städten entstehen auch in Hamburg zahlreiche zusätzliche Zimmer in Apartmenthotels mit Kitchenette, die zwar für sogenannte Longstay-Gäste eingerichtet werden, Kurzzeitreisenden aber offen stehen und somit zu den engen Mitbewerbern der klassischen Hotels zählen. Dazu gehören das Fraser Suites in Hamburg mit 154 Einheiten oder das von Bierwirth & Kluth betriebene My4walls in der City Nord, das – zumindest in der Einführungsphase – ebenfalls
für Kurzzeitaufenthalte zur Verfügung stehen soll.

Business- und Budget-Hotels dominieren auch die Neueröffnungen 2018 in München, hier fallen ebenfalls Markennamen wie Hampton by Hilton, Hilton Garden Inn, Holiday Inn, Holiday Inn Express oder Motel One, aber auch die gehobeneren
Marken Ameron oder Hyperion von H-Hotels kommen ins Spiel. Besondere Aufmerksamkeit erregt in dieser Stadt das erste Luxury-Lifestyle-Hotel Andaz von Hyatt in Deutschland am Schwabinger Tor. Die Schwabinger Wahrheit by Geisel, ein Lifestyle-Hotel an der Hohenzollernstraße, wird gewiss ebenfalls mit pfiffigen Details überraschen.

Frankfurt wächst in Gateway Gardens

Internationale Ketten stehen auch in Frankfurt Schlange. Im neuen Stadtteil Gateway Gardens läuft sich gerade das von der Feuring Group aus Mainz entwickelte Hyatt Place mit 312 Einheiten warm, das Anfang Januar offiziell eröffnet wurde. In Anlehnung an den angrenzenden historischen Baumbestand lautete das Motto der von Joi Design aus Hamburg verantworteten Innengestaltung „Urban Garden“. Neben der Verwendung von Holz und der grafisch-abstrakten Umsetzung einer Baumstruktur im Bodenbelag unterstützen Pflanzenelemente aus echtem Moos an den Wänden das grüne Konzept.

Auf das Hyatt Place folgt das Hampton by Hilton Gateway Gardens, ein von Primestar Hospitality betriebenes Businesshotel mit 196 Zimmern. 470 Einheiten wird das Motel One Kornmarkt-Arkaden auf den Markt bringen. Ameron
hat sich in der Neckarstraße unweit des Hauptbahnhofs mit 133 Einheiten für den Sommer angekündigt. Moxy, Meliá oder Holiday Inn Express werden in der Mainmetropole ebenso weiterwachsen. Und mit einem Residence Inn mit 157 Einheiten
mitten in der Innenstadt bestätigt Marriott aufs Neue den Trend zu sogenannten Aparthotels.

In Berlin startet das Student Hotel

Die Hauptstadt Berlin erwartet für das kommende Jahr mit dem The Student Hotel Berlin Alexanderplatz ein ausgefallenes Konzept. Die Mischung aus Studentenwohnheim und Hotel mit 457 Einheiten kommt aus den Niederlanden. Hierzulande ist das Konzept neu. Bisher berichten Anbieter von Serviced Apartments, dass der Spagat zwischen Hotel und Wohnen immer wieder rechtliche Probleme bereitet.

Ebenfalls am Alex steht ein weiterer Hotelgigant in den Startlöchern: Die noch relativ junge japanische Marke Toyoko Inn, die mit ihrem ersten deutschen Haus am Frankfurter Hauptbahnhof schon für viel Aufmerksamkeit sorgte, will ihrer Zielgruppe in Berlin über 500 Zimmer bieten. Neben den „üblichen Verdächtigen“ sind zudem angekündigt: das zweite Barceló-Hotel mit 263 Zimmern am Hauptbahnhof, das erste Haus der neuen Marke Schulz der Meininger-Gründer, das im Herbst mit über 1000 Betten in 350 Zimmern an der Berliner East-Side Gallery erwartet wird.

Viel Lifestyle für Düsseldorf

Extrem viel los ist in Düsseldorf. Hier soll etwa das Ruby Coco mitten an der Kö debütieren. „Mit 79 Zimmern liegt es über der Edel-Shopping-Mall in absoluter Premiumlage“, betont Treugast-Geschäftsführer Moritz Dietl. Und: Mit dem Ruby Leni (166 Zimmer) in Düsseldorf Carlstadt wird es bald auch eine große Schwester in der Stadt haben. „Die Treugast freut sich auch auf das 25hours in Düsseldorf, das voraussichtlich im Frühjahr in Betrieb genommen wird“, so Dietl. Das 200-Zimmer-Hotel wird in deutsch-französischem Flair gestaltet.

„Henri Hotels ist ebenfalls ein sehr gelungenes Konzept, das in Kürze in Düsseldorf von sich reden machen wird“, sagt Froböse von Hotel Affairs und ergänzt: „Im gesamten Ruhrgebiet tut sich unglaublich viel. Damit geht in den kommenden Jahren auch ein höheres Maß an Verdrängung einher, was speziell Standorte wie Dortmund oder Essen merken werden. Dortmund erhält in den kommenden zwei bis drei Jahren knapp 1000 neue Hotelzimmer – das Gros davon im Midscale-Segment.“ In Köln soll 2018 ein 25hours mit 200 Zimmern im denkmalgeschützten Gerling-Gebäude am Klapperhof öffnen. In dem achtgeschossigen, auf einen Rundbau aufgesetzten Gebäude wird es auch ein Neni-Restaurant mit 124 Sitzplätzen geben.

Kleinere Städte auf dem Vormarsch

Sehr viel Bewegung verzeichnet die Branche derzeit aber auch in mittelgroßen und kleineren Städten wie Mannheim, Freiburg oder Wiesbaden, wo sich Markennamen und Investoren derzeit die Klinken in die Hand geben. Projektentwickler
GBI aus Berlin beispielsweise entwickelt in Mannheim ein NH-Hotel mit 225 Zimmern und ein Niu von Novum mit 168 Zimmern, die beide Ende 2018 an den Markt gehen. Stuttgart, das in den vergangenen Jahren zu den besonderen Boomstädten zählte, blickt gespannt auf die gerade erfolgte Eröffnung des ersten Jaz in the City der Deutschen Hospitality.

Ins Rampenlicht gerückt ist aber auch Kiel, wo laut Hotelverband allein 2018 mit dem B&B-Hotel im Wissenschaftspark, dem Lindner an der Hörn und dem Niu an der Holstenstraße drei Häuser, 2019 dann mit dem Hampton by Hilton und dem Ibis am Bootshafen zwei weitere auf den Markt drängen. „Insgesamt sind zirka 2000 zusätzliche Betten geplant“, sagt Peter Böhm, Erster Vorsitzender des DEHOGA-Kreisverbands in Kiel. „Da erwartet wird, dass keines der Neubauprojekte zusätzliche Gäste in die Stadt bringt, wird der Kuchen neu verteilt werden. Mit der Gefahr, dass kleine, privat geführte Hotels über längere Sicht die Segel streichen werden, in der Sailing City Kiel wohlgemerkt“, befürchtet er. Neben Standorten in den Städten gewinnen auch Ferienregionen weiter an Bedeutung. Prominente Beispiele dafür sind das Upcycling Hotel Alles Paletti in Rövershagen, die Upstalsboom Waterkant Suites, das A-ja Resort Travemünde, das Arborea Marina Resort Neustadt, das Arcona Living Sylt, das Arborea Hotel & Resorts Schierke oder die neue Anlage von Center Parcs in Leutkirch im Allgäu.

von Susanne Stauß, Veröffentlichung AHGZ, 13. Januar 2018

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